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TC Mess- & Regeltechnik GmbH

Thermoelement-Isolierung

Obwohl Thermoelemente in einigen Fällen ohne Isolierung betrieben werden können, erfordern die meisten realen Anwendungen einen Schutz vor dem Medium und der Umgebung, in der sie eingesetzt werden. Dieser Schutz umfasst typischerweise sowohl die elektrische Isolierung als auch einen mechanischen Mantel (Schutzrohr). Schutzmäntel isolieren das Thermoelement nicht nur elektrisch, sondern schützen auch vor mechanischen Schäden, chemischer Korrosion und thermischer Beanspruchung.

Als Faustregel sollten freiliegende Thermoelement-Messstellen zur Messung von Temperaturen statischer oder strömender, nicht korrosiver Gase verwendet werden – insbesondere dort, wo eine schnelle thermische Ansprechzeit entscheidend ist. In anspruchsvolleren Umgebungen, etwa mit korrosiven Gasen oder Flüssigkeiten, ist eine isolierte Messstelle besser geeignet. Dies verringert zwar die Ansprechgeschwindigkeit, verbessert jedoch die Haltbarkeit und Sicherheit erheblich. Für eine noch höhere Widerstandsfähigkeit und eine schnellere Reaktion unter Druck oder in korrosiven Umgebungen werden üblicherweise geerdete Thermoelement-Messstellen bevorzugt, bei denen die Drähte mit der Mantelspitze verschweißt sind.

Standard-Isoliermaterialien

Bei der Herstellung von Thermoelementen wird eine breite Palette standardisierter Isoliermaterialien verwendet. Diese sind häufig gemäß der Thermoelement-Bauart nach den Richtlinien der IEC 60584-3 farbcodiert. Obwohl es keinen einheitlichen internationalen Standard speziell für Isolierwerkstoffe gibt, hat sich in der Praxis die Verwendung von sechs Kernmaterialien etabliert:

  • PVC : Geeignet von -30°C bis +105°C und in verschiedenen Ausführungen erhältlich.
  • PFA : Erweitert den Bereich von -273°C bis +250°C (oder 300°C für kurze Dauer) und ist damit ideal für extreme Umgebungen.
  • Lackimprägnierte Glasfaser : Einsatzbereich von -50°C bis +400°C.
  • Unlackierte Glasfaser : Erweitert diesen Bereich auf 500°C, in einigen Fällen bis 800°C.

Diesen Materialien können mit allen gängigen Thermoelement-Typen verwendet werden, was sie äußerst vielseitig macht.

Keramische Isolatoren

Für industrielle Anwendungen bei höheren Temperaturen werden keramische Isolatoren häufig eingesetzt. Die Auswahl hängt vom Thermoelementtyp und dem Temperaturbereich ab:

  • Porzellan-Isolierperlen mit Doppelbohrung : Häufig für Basismetall-Thermoelemente mit Drähten von 1 mm oder mehr verwendet.
  • Mullit (Aluminiumsilikat) : Häufig in Kombination mit Thermoelementen des Typs K, insbesondere in Ofenumgebungen.
  • Hochreines Aluminiumoxid : Bevorzugt für platinbasierte Thermoelemente, um Kontaminationsrisiken zu minimieren.

Mineralisolierte Mantelthermoelemente (MIMS mineral-insulated metal sheath)

Die in der modernen Industrie am weitesten verbreitete Bauform von Thermoelementen ist die mineralisolierte, metallummantelte (MI oder MIMS) Ausführung. Diese Sensoren bestehen aus Thermoelementdrähten, die in ein verdichtetes Mineralpulver – typischerweise Magnesiumoxid – eingebettet und in einem nahtlosen Metallmantel untergebracht sind. Diese Struktur bietet:

  • Hervorragende mechanische Festigkeit
  • Hermetisch abgedichteter Schutz
  • Hoher Isolationswiderstand
  • Kleiner, flexibler Formfaktor
  • Beständigkeit gegen Vibrationen, hohen Druck sowie aggressive Umgebungen

MIMS-Thermoelemente arbeiten über einen erweiterten Temperaturbereich von −200 °C bis +1250 °C und sind mit 2 bis 6 Adern in Durchmessern von 0,25 mm bis 10,8 mm erhältlich.

Sie sind in einer Vielzahl von Thermoelementtypen und in unterschiedlichsten Mantelwerkstoffen, darunter Edelstahl, Baustahl, Inconel und Nicrotherm-Legierungen, verfügbar. Mögliche Ausführungen der Messstelle sind:

  • Freiliegend : Bietet die schnellste Ansprechzeit
  • Isoliert : Elektrisch isoliert, um Masseschleifen zu verhindern
  • Geerdet : An der Mantelspitze verschweißt für schnelle Ansprechzeit und mechanische Robustheit

MIMS-Thermoelemente sind weit verbreitet und kostengünstig. Mithilfe unterschiedlicher Mantel- und Anschlussoptionen können sie an spezifische Umgebungen angepasst werden. Sie eignen sich besonders für extreme industrielle Bedingungen.

Fortschrittliche Mantelwerkstoffe und Driftminimierung

Trotz ihrer Vorteile können MIMS-Thermoelemente vor Herausforderungen stehen:

  • Unterschiedliche Wärmeausdehnungsraten zwischen Mantelwerkstoffen (wie Edelstahl) und Thermoelementdrähten (z. B. Typ K und N) können zu Ermüdungsbrüchen führen.
  • Dampfphasen-Diffusion von Mantelwerkstoffen in die Thermoelementdrähte kann zu Verunreinigung, Kalibrierdrift und Leistungsminderung führen.
  • Wassereintritt während der Herstellung oder Reparatur kann zu verringertem Isolationswiderstand und vorzeitigem Ausfall führen.

Zur Bewältigung dieser Herausforderungen wurden spezialisierte Mantellegierungen entwickelt:

  • Nicrotherm : Eine hochtemperaturbeständige, driftarme Mantellegierung, optimiert für den Einsatz mit Thermoelementen vom Typ N.
  • Nicrobell B : Eine modifizierte Nicrosil-Legierung mit zugesetztem Magnesium und Niobium zur Verbesserung der Oxidations-, Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit bis 1250 °C.
  • Nicrobell C : Verbessert Nicrobell B durch erhöhten Chromgehalt für überlegene Korrosionsbeständigkeit.
  • Nicrotherm D™ : Die jüngste Entwicklung, konstruiert mit reduziertem Mangan- und Aluminiumgehalt, um die Elementdiffusion durch die Isolierung zu minimieren. Es bietet eine hervorragende Beständigkeit gegenüber aufkohlenden Umgebungen und weist bei hohen Temperaturen eine deutlich geringere Drift auf als Inconel 600 oder Edelstahl 310.

Bei Anwendungen mit sehr hohen Temperaturen oder korrosiven Medien wird generell empfohlen, MIMS-Kabel mit sehr kleinem Durchmesser zu vermeiden, da die Lebensdauer und Leistung in engem Zusammenhang mit der Kabelgröße stehen.

Zusammenfassung

Die Isolierung von Thermoelementen spielt eine entscheidende Rolle für Messgenauigkeit, mechanischen Schutz und Umweltbeständigkeit. Von einfachen PVC- und Glasfaserummantelungen für niedrige bis mittlere Temperaturen bis hin zu leistungsfähigen keramischen und mineralisolierten Konstruktionen für extreme Bedingungen muss die Wahl von Isolations- und Mantelwerkstoffen an den Temperaturbereich, das Medium und die mechanischen Anforderungen der Anwendung angepasst werden. Fortschrittliche Mantellegierungen wie Nicrotherm D™ bieten inzwischen eine überlegene Langzeitstabilität und Beständigkeit in Hochtemperatur- oder korrosiven Umgebungen und gewährleisten zuverlässige Leistung selbst unter den anspruchsvollsten Bedingungen.

Hinweis: Die Informationen in diesem Leitfaden dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken. Obwohl wir auf Genauigkeit achten, werden alle Daten, Beispiele und Empfehlungen ohne jedwede Gewährleistung „wie besehen“ bereitgestellt. Normen, Spezifikationen und Best Practices können sich im Laufe der Zeit ändern. Prüfen Sie daher vor der Verwendung stets die aktuellen Anforderungen.

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