Methoden der Kaltstellenkompensation
Inhalt
Thermoelemente messen die Temperaturdifferenz zwischen zwei Stellen - der Messstelle (heiß) und der Referenzstelle (kalt) . Um eine genaue absolute Temperaturmessung zu erhalten, muss die Referenzstelle auf eine bekannte, stabile Temperatur gebracht werden (siehe Abbildung 5.1).
Eisbad-Referenz (Labormethode)
Eine traditionelle, aber präzise Methode, die nach wie vor in Laborumgebungen angewendet wird, besteht darin, die Referenzverbindungen in ein schmelzendes Eisbad zu tauchen. Bei Verwendung von reinem Eis und destilliertem Wasser bleibt die Temperatur während des Phasenwechsels stabil bei 0 °C ±0,001 °C.
Eine einfache Anordnung besteht aus einem mit Eis gefüllten Dewar-Gefäß, das ist einfach, aber dennoch präzise.
Diese Methode hat jedoch einige klare Nachteile:
- Sie erfordert häufige Wartung und Nachfüllen , was sie für den industriellen Einsatz unpraktisch macht.
- Wenn das Eis schmilzt und die Verbindungsstellen im Wasser liegen, ohne das Eis zu berühren, kann die Temperatur in Richtung 4 °C abweichen, was zu Fehlern führt.
- Eis, das direkt aus dem Gefrierschrank entnommen wird, ist kälter als 0 °C und muss sich erst stabilisieren.
Abbildung 5.1 : Dewar-Gefäß mit Vergleichsstellen
Industrielle Alternativen zur Vergleichsstelle
Um die Einschränkungen von Eisbädern zu überwinden, werden in industriellen Umgebungen moderne Methoden der Kaltstellenkompensation weit verbreitet eingesetzt. Sie stellen sicher, dass Thermoelemente auch ohne manuelles Eingreifen genau bleiben.
A. Temperaturgeregelte Gehäuse
Diese Gehäuse halten die Vergleichsstelle auf 0 °C mithilfe von thermoelektrischer (Peltier-)Kühlung . Die Vergleichsstellen werden in das Gerät eingesetzt, und die Temperatur wird aktiv stabilisiert.
- Bietet ±0,1 °C Genauigkeit
- Liefert ein echtes Eispunktäquivalent
- Ideal für Anwendungen, bei denen Präzision entscheidend ist
Abbildung 5.2 : Temperaturgeregeltes Gehäuse
B. Elektronische Kaltstellenkompensation
Die meisten modernen Messgeräte (z. B. Temperaturregler, Datenlogger, digitale Thermometer) verfügen über eine integrierte Kaltstellenkompensation. So funktioniert sie:
- Ein Temperatursensor (z. B. RTD, Thermistor oder Transistor) überwacht die Temperatur der Anschlussklemme.
- Das Gerät erzeugt eine Spannungskorrektur, die dem Unterschied zu 0 °C entspricht.
Diese Korrektur wird entweder:
- dem Thermoelementsignal elektronisch hinzugefügt, oder
- während der Signalverarbeitung digital vorgenommen.
Diese Systeme bieten typischerweise eine Genauigkeit im Bereich weniger °C , wodurch sie für die meisten allgemeinen Anwendungen geeignet sind.
Mehrkanal- und rackbasierte Systeme
Für große Anlagen mit vielen Thermoelementen bieten Hersteller rackmontierte Referenzverbindungssysteme an, die häufig in folgende Geräte integriert sind:
- Temperaturgeregelte Gehäuse (Eispunkt oder andere Temperaturen)
- Thermisch stabile Metallblöcke (auf Umgebungs- oder bekannte Temperatur gehalten)
Jeder Kanal im System bietet:
- Eine konstante thermische Umgebung
- Eine überwachte Referenztemperatur
- Entweder analoge oder digitale Kompensation für jedes Thermoelementsignal
Diese Systeme gewährleisten Konsistenz und Genauigkeit in hochdichten Thermoelementnetzwerken.
Hochtemperatur-Referenzeinheiten
In Umgebungen mit erhöhten Umgebungstemperaturen (z. B. Industrieöfen oder Motorräume) können spezielle Referenzknotengehäuse bei höheren festen Temperaturen betrieben werden. Die Kompensation erfolgt weiterhin durch:
- Überwachung der Gehäusetemperatur
- Anwendung einer geeigneten Korrektur, um Messwerte wieder auf eine Referenzbasis von 0 °C zu bringen.
Solange die Referenztemperatur genau bekannt ist , kann die Thermoelementmessung mittels Standard-Thermoelementtabellen korrigiert werden.
Zusammenfassung: Die richtige Methode für die Kaltstelle wählen
| Methode | Genauigkeit | Am besten geeignet für | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Eisbad (Dewar-Gefäß) | ±0,001 °C | Labore | Hohe Genauigkeit, aber für die Industrie unpraktisch |
| Peltier-gekühltes Gehäuse | ±0,1 °C | Industrielle Präzisionsanwendungen | Zuverlässig und stabil |
| Integrierte elektronische Kompensation | ±1–2 °C | Universalmessgeräte | Weit verbreitet, geringer Wartungsaufwand |
| Mehrkanalsysteme | ±0,1–2 °C | Hochdichte Industriesysteme | Ideal für Schaltschränke |
| Hochtemperatur-Referenzeinheiten | Variiert | Raue Umgebungen | Erfordert eine Kompensation auf 0 °C |
Hinweis: Die Informationen in diesem Leitfaden dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken. Obwohl wir um Genauigkeit bemüht sind, werden alle Daten, Beispiele und Empfehlungen ohne Gewähr und „wie besehen“ bereitgestellt. Normen, Spezifikationen und bewährte Verfahren können sich im Laufe der Zeit ändern, daher sollten Sie vor der Verwendung stets die aktuellen Anforderungen prüfen.
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