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TC Mess- & Regeltechnik GmbH

Messung von Thermoelementsignalen: Von klassischen Verfahren zur modernen Instrumentierung

Thermoelemente erzeugen sehr kleine Spannungen, typischerweise 10–80 μV/°C , abhängig vom Typ (siehe Abbildung 2.1). Das bedeutet, dass sorgfältige Signalmessung und Kompensation für genaue Temperaturmessungen unerlässlich sind. Im Laufe der Zeit haben sich die Methoden zur Messung von Thermoelementsignalen von einfachen mechanischen Systemen zu hochentwickelter digitaler Instrumentierung entwickelt - jeweils mit eigenem Anwendungsfall.

Traditional laboratory style RTD sensor
Abbildung 2.1 : EMK in Abhängigkeit von der Temperatur für gängige Thermoelementtypen

Historische Messverfahren

Das Verständnis älterer Techniken verdeutlicht die Einschränkungen, die Thermoelement-Messsysteme unterliegen, und erklärt, warum sich moderne Lösungen so entwickelt haben, wie sie es getan haben.

  1. Galvanometer und Drehspulinstrumente
    In frühen Labor- und Industrieaufbauten wurden Thermoelemente direkt mit Galvanometern oder Drehspulinstrumenten verbunden. Diese Geräte benötigten keine Stromversorgung und boten eine einfache und robuste Möglichkeit, die Temperatur anzuzeigen – oft auf nichtlinearen Temperaturskalen.
    • Vorteile : Einfach, kostengünstig, ohne Stromversorgung
    • Nachteile  : Begrenzte Genauigkeit, geringe Auflösung, empfindlich gegenüber dem Schaltungswiderstand
  2. Potentiometrische Messung
    Potentiometer mit Nullabgleich (manuell oder automatisiert) maßen die Thermoelementspannung mit hoher Genauigkeit, indem sie sie gegen eine Referenzspannung ausglichen.
    • Oft in frühen Schreibern
    • Unempfindlich gegenüber elektrischem Rauschen und ideal für den Laboreinsatz
    • Auch heute noch in einigen robusten oder tragbaren Systemen im Einsatz
  3. Nullpunktunterdrückung und Offset-Skalierung
    Um die Auflösung über enge Temperaturbereiche zu verbessern, zogen frühere Systeme manchmal eine feste Spannung ab, um auf einen Teil des Messbereichs des Thermoelements „heranzuzoomen“. Diese Technik (analog oder digital) ist heute jedoch weitgehend überholt und wurde durch präzisere digitale Methoden ersetzt.

Moderne Thermoelement-Messtechnik

Moderne Geräte sind darauf ausgelegt, Signale von Thermoelementen zuverlässiger, genauer und flexibler zu verarbeiten.

  1. Hochimpedanzverstärker
    Moderne Signalketten beginnen mit rauscharmen Hochimpedanzverstärkern die den Thermoelementkreis nicht belasten. Sie sind Standard in:
    • Digitale Anzeigen
    • Messumformern
    • Datenloggern
    • Temperaturreglern
  2. Temperatur-Messumformer
    Messumformer wandeln Thermoelementsignale in robuste Ausgangssignale wie 4–20 mA, 0–10 V oder digitale Signale (z. B. Modbus, HART). Diese sind ideal für die Prozesssteuerung.
    • Kopfmontierte Messumformer : kompakt, sensorintegriert
    • Hutschienen-Messumformer : modular für Schaltschränke
    • Smart Messumformer : mit Diagnosefunktionen und digitaler Kommunikation
  3. SPS- und DCS-Module
    Viele Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und Verteilte Leitsysteme (DCS) unterstützen inzwischen direkte Thermoelement-Eingangsmodule.
    • Mehrere Thermoelement-Typen
    • Kaltstellenkompensation
    • Integrierte Linearisierung
    • Skalierbar und automatisierungsbereit
  4. Digitale Anzeigen und Displays
    Moderne Anzeigen sind kompakt, zuverlässig und flexibel. Sie vereinen:
    • Kaltstellenkompensation
    • Typspezifische Linearisierung
    • Mehrsensor-Eingang (z. B. K, J, T, N)
    • Tragbare oder frontplattenmontierte Ausführungen
    • Einige können zudem Daten aufzeichnen, Alarmfunktionen integrieren oder sich mit Netzwerken verbinden.
  5. Drahtlose Logger und Datenerfassung
    Viele Branchen verwenden inzwischen Kabellose Temperaturdatenlogger und Vernetzte Datenerfassungssysteme :
    • Bluetooth- oder WLAN-Datenlogger für den mobilen Einsatz
    • Ethernet-basierte Datenlogger für industrielle Netzwerke
    • Cloud-Plattformen für Fernzugriff, Alarme und Analysen
    • Ideal für Compliance, Qualitätssicherung und Mehrpunktüberwachung

Zusammenfassung: Auswahl der richtigen Methode

Anwendung Geeignete Methode
Einfache Überwachung, große Messbereiche Direktmessgeräte (Legacy)
Laboreinsatz, hohe Genauigkeit Potentiometer oder Digitalvoltmeter
Industrielle Prozesssteuerung Messumformer, SPS-/DCS-Module
Mehrpunkt- oder Fernaufzeichnung Kabellose oder vernetzte Datenlogger
Allgemeine Anzeige und Diagnose Digitale Anzeigeinstrumente

Hinweis: Die Informationen in diesem Leitfaden dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Schulungszwecken. Obwohl wir auf Genauigkeit achten, werden alle Daten, Beispiele und Empfehlungen „wie besehen“ ohne jegliche Gewährleistung bereitgestellt. Normen, Spezifikationen und Best Practices können sich im Laufe der Zeit ändern; prüfen Sie daher vor der Verwendung stets die aktuellen Anforderungen.

Brauchen Sie Hilfe oder haben Sie eine Frage? Wir sind für Sie da — Kontaktieren Sie uns gern .

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